Interview mit Referenten
1) Hr Blumtritt, Sie werden beim Social Media FORUM ein Referat zu einer aktuellen Studie über den Nutzer von Online-Medien halten. Mit welchen drei Schlagworten lässt sich Ihr Beitrag auszeichnen?
a) Gemeinschaft und Gesellschaft: vom Individuum zur Person; b) Werte und Bilder: mit welchen Inhalten gewinnt man Bedeutung?; c) Netnography: Einsatz von Communities zur Marktforschung.
2) Welche Online-Medienkonzepte sind im Hinblick auf den Zuspruch der Nutzer am Erfolgreichsten?
Am erfolgreichen ist, wer auf die Menschen eingeht, die er erreichen will - das gilt Online wie sonst im Leben. Märkte bestehen aus Menschen, nicht aus Zielgruppen.
3) Experten sagen ja, dass Blogs und Social Networks klassischen Online-Informationsangeboten die Reichweite bzw. die Aufmerksamkeit der Nutzer "stehlen". Können Sie das feststellen?
Im Gegenteil. Blogs und Foren greifen in hohem Maß Inhalte aus anderen Online Medien, aus Zeitschriften, aus TV und natürlich auch aus der Werbung auf. Meist werden diese Zitate verlinkt. Dadurch kann in großem Umfang zusätzlich Aufmerksamkeit entstehen.
4) Könnte ein Community-Ansatz als legitimes Mittel gegen diesen Nutzerschwund und für eine Bindung helfen?
Wir stellen keinen Schwund fest: im Gegenteil, die Nutzung auch der klassischen Angebote steigt stetig; darüber hinaus Nutzen Menschen mit hoher Online-Affinität insgesamt mehr Medien - nicht nur elektronische.
5) Welche Prognosen würden Sie für die Entwicklung der Online-Medienlandschaft abgeben?
Für die Nutzer haben Medien mit offenen Schnittstellen, die es leicht machen, flexibel mit ihren Inhalten umzugehen, große Konjunktur. Im Marketing stellt sich die Aufgabe, die Nutzer von Angeboten zu qualifizieren, d. h. nicht nur PI's zu zählen, sondern immer differenziertere, objektive Aussagen darüber zu machen, was die Nutzer des Angebots ausmacht, wer die Menschen sind, die erreicht werden.



