Interview mit Referenten
1. Herr Lipp, als Prokurist der Kleinen Zeitung halten Sie beim kommenden Social Media FORUM einen Vortrag über die Leser-Blog-Community Ihres Hauses. Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Aufbau der Leser-Blog-Community bei KleineZeitung in drei Schlagworten?
Marke, Lokalisierung, Usability
2. Wie charakterisieren sich die Inhalte, die von Ihrer Leser-Community publiziert werden?
Man muss hier die Inhalte in den User-Blogs von den Inhalten unterscheiden, die die Leser zur Verfügung stellen. Die Blogs sind sehr persönlich und werden wie ein Tagebuch geführt. Von den Leserreportern wiederum bekommen wir aktuelle Inhalte. Die zweite Gruppe zeigt uns damit ihre starke Verbundenheit mit der Marke Kleine Zeitung.
3. Sind aus Sicht eines Zeitungsverlages Inhalte mit Lokalbezug ein guter „Klebstoff“ für den Aufbau einer Community?
Ich weiß nicht, ob es der einzige ist, aber es ist ganz sicher ein guter „Klebstoff“. Vor allem bei einer regionalen Marke wie der unseren. Die Inhalte haben starken regionalen Bezug und werden unter diesem Aspekt auch gesucht. Das ist der Vorteil von alteingesessenen Marken im Vergleich zu überregionalen Portalen.
4. "Leser werden zu Autoren" – bald schreiben alle nur noch und keiner liest mehr?
Nicht annähernd. Weil sich immer wieder zeigt, dass es nur relativ wenige User sind, die aktiv sein wollen. Der Großteil informiert sich nur. Und die Gefahr, dass Blogs den klassischen Journalismus verdrängen, hat es nicht gegeben und wird es m. A. auch nicht geben. Der Redakteur muss immer noch gewichten, redigieren und einordnen, was der User geschrieben hat.
5. Ihr Ausblick für die Weiterentwicklung der Community bei KleineZeitung
Wir werden zum einen noch bessere Möglichkeiten schaffen, wie sich die User untereinander vernetzten können und die Communitybildung über unsere Plattform weiter fördern. Zum anderen setzen wir auf die intensivere Einbindung des Lokalen, sowohl klassisch im Printbereich als auch Online. Wir haben jetzt schon Regionalausgaben für kleinere Bereiche, das wollen wir weiter runterbrechen.


